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Digitale Patientenakten in Dessie und Kombolcha

Ein Krankenhaus in Äthiopien — künftig werden Patientendaten in Dessie und Kombolcha digital erfasst statt auf Papier.

Afrika · Wasser & Gesundheit

Digitale Patientenakten in Dessie und Kombolcha

Zwei Krankenhäuser, 1.606 Mitarbeitende — und Patient*innen, die schneller behandelt werden.

Wer im Krankenhaus von Dessie eine Ärztin oder einen Arzt sprechen will, wartet im Schnitt über zwei Stunden. Ein großer Teil dieser Zeit vergeht nicht mit Untersuchungen, sondern mit Papier: Allein 46 Minuten dauert es durchschnittlich, bis die Patientenakte aus dem Archiv geholt ist. Jeden Tag kommen hier rund 1.300 Menschen zur Behandlung, darunter viele Vertriebene, die vor den Konflikten in den Nachbarregionen geflohen sind.

Oft ist die Akte gar nicht auffindbar. Dann bekommen Patient*innen eine neue Karte und eine neue Nummer, und ihre Vorgeschichte ist verloren: Laborwerte, Röntgenbilder, frühere Diagnosen. Untersuchungen müssen wiederholt werden, und fehlende Informationen können zu Fehlern bei der Medikation führen. Zugleich geben die beiden Krankenhäuser in Dessie und Kombolcha jedes Jahr mehr als 100.000 Euro für Druck und Papier aus. Dieses Geld fehlt in der Versorgung.

Gemeinsam mit unserem Partner KELEM Ethiopia führen wir deshalb in beiden Krankenhäusern die elektronische Patientenakte ein. In Äthiopien ist das noch die Ausnahme: Nur ein Bruchteil der öffentlichen Kliniken arbeitet bereits digital, die meisten davon in der Hauptstadt Addis Abeba.

Entwickelt wird das System mit den Menschen, die es täglich nutzen. Ärzt*innen, Pflegekräfte und Verwaltung beschreiben in Workshops, was sie brauchen, und testen das System Modul für Modul, bevor es in Betrieb geht. Laborgeräte werden direkt angebunden, sodass Blutwerte ohne Abschreiben in der Akte landen, und Röntgenbilder sind künftig an jedem Bildschirm im Haus abrufbar. Die alten Papierakten werden Schritt für Schritt digitalisiert, angefangen bei denen, die am häufigsten gebraucht werden.

Helfen Sie mit, dass Patient*innen in Dessie und Kombolcha schneller und sicherer behandelt werden.

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Wie es weitergehen soll

Technik allein verändert noch keinen Krankenhausalltag. Deshalb steht das Personal im Mittelpunkt. Führungskräfte und Hunderte Mitarbeitende werden geschult, und wer noch nie am Computer gearbeitet hat, bekommt zusätzliche Grundlagenstunden. 30 Multiplikatorinnen lernen, neue Kolleginnen künftig selbst einzuarbeiten, mit einem eigenen Schulungshandbuch.

In jedem Krankenhaus übernimmt ein Team aus verschiedenen Abteilungen die Verantwortung für das System. In den ersten Monaten begleiten IT-Fachleute die Einführung direkt auf den Stationen. Danach liegen Betrieb und Wartung bei den Krankenhäusern selbst, die die Kosten dafür in ihr reguläres Budget aufnehmen.

Das Ziel: Die Wartezeit bei Anmeldung, Ersteinschätzung und Kasse soll um mehr als die Hälfte sinken, keine Akte soll mehr verloren gehen, und Fehler durch falsch übertragene Angaben sollen vermieden werden. Die beiden Krankenhäuser tauschen ihre Erfahrungen regelmäßig aus und können so zum Vorbild für weitere Kliniken in der Region werden.

Ihre Spende

Was Ihre Spende hier bewirkt

50 €Die Grundschulung einer Pflegekraft am neuen System
250 €Die siebentägige Ausbildung einer Multiplikatorin, die danach ihre Kolleg*innen schult
750 €Ein Computer für die Patientenaufnahme