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SAFEGIRL — gemeinsam gegen FGM

Mädchen und junge Frauen in Sierra Leone stehen im Mittelpunkt von SAFEGIRL.

Afrika · Bildung

SAFEGIRL — gemeinsam gegen FGM

Mädchen schützen, junge Frauen stärken und den Soweis ein Einkommen geben, das nicht am Messer hängt.

SAFEGIRL steht für Sierra Leone Action for FGM Eradication and GIRL Empowerment, ein gemeinsames Projekt von TERRA Projekte International und unserem Partner SEND Sierra Leone. Das Ziel: die weibliche Genitalverstümmelung in Sierra Leone beenden.

Fast neun von zehn Frauen und Mädchen im Land haben FGM erlebt. Die Praxis gilt als Übergangsritus, der aus einem Mädchen eine Frau macht. Durchgeführt wird sie von den Soweis, angesehenen älteren Frauen des Bondo-Bundes, einer einflussreichen Frauengemeinschaft. Wer sich verweigert, riskiert den Ausschluss aus der Gemeinschaft. Die Folgen wie starke Blutungen, Infektionen und Komplikationen bei Geburten begleiten viele Frauen ein Leben lang, doch in den Projektgemeinden kennt nur knapp ein Drittel der Menschen diese Risiken. Ein Gesetz, das FGM ausdrücklich verbietet, gibt es bis heute nicht.

Wir arbeiten in 70 Gemeinden in sieben Distrikten, nicht gegen die Menschen dort, sondern mit ihnen. 35 Community Mobilizer, die selbst in den Gemeinden leben, führen das Gespräch, ohne von außen zu belehren. Sie sind täglich ansprechbar für Mädchen, Eltern, Schulen und Soweis. Traditionelle und religiöse Autoritäten werden ebenso einbezogen wie Männer und Jungen, die als Verbündete gewonnen werden. Eine zentrale Rolle spielt das Young Women in Governance Network (YWIGN), eine Bewegung junger Frauen mit über 4.000 Mitgliedern. Das Projekt hilft dem Netzwerk, sich offiziell registrieren zu lassen und Kampagnen selbst zu finanzieren, damit seine Stimme auch in der Politik Gewicht bekommt.

Vor allem bringt das Projekt eine Praxis zur Sprache, über die lange geschwiegen wurde: in monatlichen Radiosendungen, in denen auch betroffene Frauen zu Wort kommen, in Songs in regionalen Sprachen, in Anti-FGM-Clubs an Schulen und bei Quizwettbewerben, deren Finale live im Radio läuft. Eine nationale Konferenz bringt Ministerien, Gesundheitswesen und Frauennetzwerke an einen Tisch. Das ist der eigentliche Hebel: Wo offen darüber gesprochen wird, verliert die Praxis ihre Selbstverständlichkeit.

Mit 50 € finanzieren Sie einer Sowei den Unternehmensworkshop, in dem sie ein neues Einkommen aufbaut.

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Wie es weitergehen soll

Damit sich eine Tradition ändert, muss etwas an ihre Stelle treten. Für viele Familien ist der Ritus ein wichtiger Moment im Leben einer jungen Frau. Er soll nicht ersatzlos wegfallen, sondern eine Form bekommen, die niemandem schadet. Gemeinsam mit den Gemeinden werden deshalb neue Übergangsriten entwickelt, die das Erwachsenwerden würdigen. In sechs von zehn Projektgemeinden sollen sie die Beschneidung ersetzen.

Genauso entscheidend ist das Geld. Solange das Einkommen einer Sowei an der Praxis hängt, hilft kein Appell. In Workshops bauen die Soweis deshalb ein eigenes Kleingewerbe auf, begleitet von Mentorinnen. 70 neue Spargruppen und ein gemeinsamer Fonds geben ihnen Zugang zu Startkapital und kleinen Krediten. Erst damit wird der Ausstieg zu einer Entscheidung, die man sich auch leisten kann.

Am Ende sollen die Menschen vor Ort den Wandel selbst tragen: die jungen Frauen des YWIGN, die ihre Arbeit nach Projektende fortsetzen, die Clubs an den Schulen und Anlaufstellen, an die sich Mädchen und Frauen wenden können. Heute befürworten in den Projektgemeinden noch fast acht von zehn Menschen die Praxis. Am Ende soll die Mehrheit sie ablehnen. Dort, wo sich die Bedeutung von FGM verschiebt, verändert sich etwas, das sich nicht wieder zurückdrehen lässt.

Ihre Spende

Was Ihre Spende hier bewirkt

25 €Ein Aufklärungsnachmittag in einem Anti-FGM-Club an einer Schule
50 €Ein Unternehmensworkshop für eine Sowei
150 €Startkapital aus dem Fonds für ein neues Kleingewerbe