Zum Inhalt springen Spenden
Schulmahlzeiten, Bildung und Drogenprävention

Eine warme Mahlzeit am Tag entscheidet oft darüber, ob ein Kind überhaupt zur Schule kommt.

Afrika · Bildung

Schulmahlzeiten, Bildung und Drogenprävention

Gesunde Mahlzeiten stellen einen regelmäßigen Schulbesuch sicher — und sechs Internatsschulen werden dabei zu Selbstversorgern. Projektname: FEED.

In Sierra Leone ist fast jedes dritte Kind mangelernährt. Auf den Teller kommen meist Reis oder Maniok, kaum Gemüse, Hülsenfrüchte oder Obst. Das spüren auch die sechs Internatsschulen in Kenema, Kailahun und Bo, mit denen dieses Projekt arbeitet. Vom Staat erhalten sie Reis, Bohnen, Garri, Öl und Salz. Gemüse, Fisch, Fleisch und Gewürze müssen sie selbst beschaffen, und oft fehlt das Geld dafür. Wer einseitig ernährt im Unterricht sitzt, kann sich schlecht konzentrieren, und auch die körperliche Entwicklung leidet.

Gemeinsam mit unserem Partner SEND Sierra Leone machen wir die Schulen deshalb zu Selbstversorgern. Jede Schule bekommt eine eigene Farm: Drei Hektar Feuchtreisflächen werden wieder nutzbar gemacht, Gemüsegärten angelegt und ein Schweinestall gebaut. Ein Brunnen mit Handpumpe liefert Wasser, eine Solaranlage den Strom für die Gefriertruhe. Mit Reismühle, Trockenboden und Lager lässt sich die Ernte verarbeiten und aufbewahren. Was auf der Farm wächst, kommt direkt in die Schulküche, wo 24 geschulte Köch*innen daraus abwechslungsreiche Mahlzeiten kochen. Inzwischen stehen an den Schulen fast alle Ställe, Trockenböden, Lager und Schulgärten. Jetzt laufen die Schulungen, und die Farmen produzieren.

Die Farm ist zugleich Klassenzimmer. Bisher lernen die Schüler*innen Landwirtschaft fast nur aus dem Lehrbuch. Jetzt bekommen sie Flächen für die Praxis, und ihre Lehrkräfte werden in Anbau und Tierhaltung geschult.

Besonders profitieren die Mädchen; zwei der sechs Schulen sind reine Mädchenschulen. 85 Prozent der Lehrkräfte berichten, dass Mädchen häufig fehlen, weil sie zu Hause Essen beschaffen, kochen oder im Haushalt helfen müssen. Wenn die Schule selbst für regelmäßige, gute Mahlzeiten sorgt, fällt dieser Grund weg, sie aus dem Unterricht zu holen. Und Familien, die weniger fürs Essen ausgeben müssen, schicken ihre Töchter auch in schwierigen Zeiten eher weiter zur Schule. Am Ende des Projekts soll nur noch halb so viele Lehrkräfte wie heute über häufige Fehlzeiten von Mädchen berichten.

Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie Kindern in Sierra Leone bessere Ernährung, Bildung und eine nachhaltige Zukunft.

Jetzt spenden

Einblicke

Wie es weitergehen soll

Die Schulfarmen sollen die Verpflegung dauerhaft tragen. Was die Küche nicht braucht, wird auf lokalen Märkten verkauft: 60 Prozent der Einnahmen fließen in zusätzliche Lebensmittel, 30 Prozent in den Betrieb und 10 Prozent in neue Investitionen. In den Dörfern ringsum lernen 360 Landwirt*innen klimaangepasste Anbaumethoden, geben ihr Wissen weiter und beliefern die Schulen mit dem, was diese selbst nicht anbauen.

Getragen wird all das von jungen Menschen, und genau sie sind zunehmend in Gefahr. In Bo, Kenema und Kailahun breitet sich die synthetische Droge Kush rasant aus. Wer abhängig wird, bricht die Schule ab, fehlt auf den Feldern und gerät in Konflikt mit der eigenen Familie. Rund 30 Prozent der Schülerinnen der Oberstufe gelten als gefährdet, und viele der jungen Landwirtinnen im Projekt erleben den Konsum in ihrem direkten Umfeld. Deshalb haben wir das Projekt um eine eigene Komponente erweitert.

An Schulen und in den Gemeinden klären Dialogveranstaltungen, Straßentheater, Musik und Radiosendungen unter dem Motto „Life Beyond Kush“ über die Gefahren auf. 25 Peer-Beraterinnen lernen, gefährdete Jugendliche früh zu erkennen und zu begleiten, unterstützt von lokalen Netzwerken aus Gesundheitszentren, Kirchen, Moscheen und Schulen. 25 junge Menschen, darunter ehemals Abhängige, werden in Solartechnik, Schneiderei oder Landwirtschaft ausgebildet und erhalten Startkapital für ein eigenes Einkommen. Sie warten die Solaranlagen der Schulen, nähen Schuluniformen oder beliefern die Schulküchen, und Mentorinnen aus der lokalen Wirtschaft begleiten sie dabei. Einmal im Jahr organisieren sie gemeinsam einen Anti-Kush-Tag für Jugendliche und Familien.

So entsteht ein Kreislauf: Die Schulen versorgen ihre Schüler*innen, die Gemeinden verdienen mit, und junge Menschen finden einen Weg zurück, der sie und das ganze Projekt trägt.

Ihre Spende

Was Ihre Spende hier bewirkt

25 €Ein Monat warme Schulmahlzeiten für ein Kind
60 €Saatgut und Werkzeug für eine Parzelle der Schulfarm
150 €Ein Aufklärungs-Workshop gegen Kush für eine Schulklasse