
Netzwerktreffen der Produzentinnen in der Sierra Sur.
Wirtschaftliche Autonomie in der Kaffeeproduktion
Wirtschaftliche Autonomie für indigene Frauen in der Kaffeeproduktion in Mixteca und Sierra Sur.
Mexiko gehört zu den größten Kaffeeproduzenten der Welt, und im Bundesstaat Oaxaca leben ganze Regionen vom Kaffee. In den Bergen der Mixteca und der Sierra Sur sind viele indigene Familien sehr arm; in manchen Gemeinden leben mehr als die Hälfte der Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Die Frauen pflücken, waschen und trocknen den Kaffee. Die besser bezahlten Arbeitsschritte wie Rösten, Verarbeiten und Verkaufen übernehmen meist Männer. Das Land, auf dem die Frauen arbeiten, ist oft auf ihre Ehemänner eingetragen, und ihre Ernte verkaufen sie zu niedrigen Preisen an Zwischenhändler. Im Schnitt verdient eine Kaffeeproduzentin in Mexiko rund 115 € im Monat.
Dazu kommt die Klimakrise. Der Hurrikan „Agatha“ verwüstete 2022 Wälder und Plantagen, und in einigen Gemeinden brach die Ernte um bis zu 90 Prozent ein. In nur zehn Jahren hat Oaxaca fast die Hälfte seiner Kaffeeanbaufläche verloren.
Gemeinsam mit unserem langjährigen Partner SiKanda unterstützen wir 150 indigene Kaffeeproduzentinnen in fünf Gemeinden dabei, mehr aus ihrem Kaffee zu machen. In Schulungen lernen sie Buchführung, Kalkulation und Marketing, und in Spargruppen legen sie gemeinsam Geld zurück. Agrarökologische Methoden wie das Sammeln von Regenwasser und selbst hergestellter Biodünger machen ihre Felder widerstandsfähiger und senken die Kosten. Außerdem lernen sie, ihren Kaffee selbst zu rösten, zu mahlen und zu verpacken. Dafür erhalten zehn Verarbeitungseinheiten eine Startausrüstung mit Röster, Mühle, Verpackungen und Etiketten. So übernehmen die Frauen genau die Arbeitsschritte, an denen bisher andere verdient haben.
Mit Ihrer Hilfe können wir indigenen Frauen in Oaxaca zu einem selbstbestimmten Leben verhelfen.
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Wie es weitergehen soll
Viele der Frauen tragen eine doppelte Last: tagsüber die Arbeit auf dem Feld, danach Haushalt und Familie. Neun von zehn berichten von großem Stress, und Orte, an denen sie sich austauschen können, gibt es kaum. Deshalb gründen die Teilnehmerinnen aus beiden Regionen ein eigenes Netzwerk. Dort teilen sie Wissen und Erfahrungen, stärken sich gegenseitig und verhandeln gemeinsam mit Käufer*innen. Wer möchte, erhält zusätzlich psychologische Begleitung in der Gruppe.
Zugleich erschließen die Frauen neue Absatzwege. Oaxaca zieht immer mehr Reisende an, und damit wächst die Nachfrage nach Kaffee aus der Region. Hotels, Cafés und Lebensmittelgeschäfte sollen den Kaffee der Produzentinnen direkt abnehmen, mindestens zwei feste Handelsvereinbarungen sind das Ziel. Auf Märkten und Messen präsentieren die Frauen ihre Produkte selbst.
Damit die Veränderung dauerhaft trägt, beziehen wir auch das Umfeld ein. Männer, Kooperativen und gewählte Gemeindeverantwortliche setzen sich in Schulungen mit der Rolle von Frauen in Wirtschaft und Gemeinde auseinander. Am Ende soll ein Netzwerk stehen, das die Frauen selbst tragen und das ihre Stellung in der Kaffeeproduktion auch nach Projektende sichert.
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